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08. Februar 2010

Ausstellungen im NU Museum in 2010

Lesen Sie dazu bitte die NUZ..

Sonderschauen am Petrusplatz

30.01.2010 06:22 Uhr

Neu-Ulm Drei große Sonderausstellungen zu Gerhard Marcks und Albert Weisgerber sowie über die Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“ von 1937 plant das Edwin-Scharff-Museum fürs laufende Jahr. Zugleich werden die gegenwärtigen Ausstellungen zum Struwwelpeter und im Kindermuseum verlängert.

Ihr Jahresprogramm hat die Leiterin der Städtischen Sammlungen Helga Gutbrod jetzt dem Neu-Ulmer Kulturausschuss vorgestellt. Gerhard Marcks, dessen Skulpturen und Grafiken vom Mai bis Juli ins Haus kommen, wie auch der mit 37 Jahren im Ersten Weltkrieg gefallene Albert Weisgerber, der zwischen Impressionismus und aufkommendem Expressionismus anzusiedeln ist, ordnen sich exakt in die Ausstellungslinie des Museums ein. Beide sind Altersgenossen des Grafikers und Bildhauers Edwin Scharff.

Gerhard Marcks, betonte Gutbrod, rechnet zu den bedeutendsten deutschen Bildhauern im 20. Jahrhundert. Seine Skulpturen drückten eine dem Figürlichen verpflichtete moderne Formensprache aus. Hatte sich der Weggefährte Scharffs anfangs mit Tierplastiken befasst, fand er bald zur menschlichen Figur, ein Thema, dem er sein Leben lang treu blieb. Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Gerhard Marcks Haus Bremen.

Weisgerber, früh schon eine Hoffnung der deutschen Malerei, kommt zur Jahreswende ins Haus am Petrusplatz. Wie Scharff war Weisgerber 1913 Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Münchner Secession“. Sein nach dem frühen Tod in Vergessenheit geratenes umfangreiches Werk wird beherrscht von Aktbildern, Landschaften und religiösen Motiven. Das Albert Weisgerber Museum St. Ingbert unterstützt die Neu-Ulmer Werkschau.

„Verfolgt - Verfemt - Entartet“ ist der Titel der Herbstausstellung. Neu-Ulm übernimmt dazu, wie Helga Gutbrod im Ausschuss vortrug, Werke aus einer Sammlung des „Freundeskreises des Willy-Brandt-Hauses“ in Berlin. Die „entarteten“ Künstler erlebten eine bittere Leidenszeit mit Berufsverboten und Entlassungen, mit Beschlagnahme, ja auch Vernichtung ihrer Arbeiten. Manche wurden ermordet, andere erholten sich zeitlebens nicht von Verfemung und Verfolgung. Alfred Schömig (FDP) regte zur Ausstellung ein Zusammenwirken mit dem Ulmer Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg an.

Dass die Ausstellungen „Struwwelpeter“ und „Achtung Familie“ verlängert werden, hat nicht allein mit ihrem großen Erfolg zu tun. Es liegt auch am fehlenden Geld. Der Stadtrat hatte zwar zum Ausbau des Museums im vergangenen Jahr die Finanzmittel erheblich aufgebessert. Dennoch zwingen Museumsleiterin Gutbrod die verfügbaren Summen zum Sparen.

Die gegenwärtigen Ausstellungen seien immer noch Renner. Anmeldungen von Schulen fürs Kindermuseum lägen bis weit ins Frühjahr hinein vor. „Da kann man auch gut zwei-, dreimal hineingehen, anders als in den meisten sonstigen Ausstellungen“.



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