Donaustrategie.... wie geht es nach "Peter Langer" weiter?

08. Juni 2017

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Gemeinsame Sache an der Donau

Zusammenarbeit Wie sich die Doppelstadt die Zukunft der Aktivitäten am Fluss nach der Ära Peter Langer vorstellt

Ulm/Neu-Ulm Die Reihen im Donausaal der Ulmer Messe waren dicht gefüllt: Das Thema der Donauaktivitäten der Doppelstadt und ihre Weiterentwicklung führte die Gemeinderäte aus Ulm und Stadträte aus Neu-Ulm zusammen. Im Februar 2015 waren die Weichen zur Fortentwicklung des Donaubüros gestellt worden. Künftig werden nach dem einstimmigen Beschluss des Doppelrats die Aufgaben des bisherigen Donaubeauftragten auf die Donaubüro gemeinnützige „gGmbH“ übertragen. Als Geschäftsführer fungieren Neu-Ulms Kulturbürgermeister Ralph Seiffert und der Ulmer Finanzbürgermeister Martin Bendel. Neu-Ulms Grüne-Rat Rainer Juchheim meldete Zweifel an, ob eine solche nebenamtliche Besetzung funktionieren könne. Er solle die Entwicklung erst mal abwarten, hieß es vonseiten der neuen Donaubürobesetzung.

Auf drei Säulen gründet die Arbeit der neuen Gesellschaft künftig, wie Donaubürodirektor Sebastian Rihm den versammelten Räten vortrug. Als „Projektagentur“ soll sie konkrete Veranstaltungen organisieren, zu denen neben anderen die Themen Bildung, Jugend, Kultur, Entwicklungshilfe und Umweltschutz zählen. Die zweite Säule bildet das „Internationale Donaufest“, das im kommenden Jahr sein elftes Jubiläum begeht. Kern des Donaufests ist laut Rihm die gemeinsame Begegnung und Völkerverständigung in einem facettenreichen Kunst- und Kulturprogramm. Als eine Art „Plattform“ soll schließlich die dritte Säule donaubezogene Themen in die Bürgerschaft hineintragen. Dort könne Wissen über den Donauraum vermittelt, Interesse an ihm hervorgerufen und schließlich wechselseitiges Verständnis geweckt werden. Ein alle drei Säulen umspannendes Netzwerk soll die Sachgebiete zusammenhalten und den Informationsaustausch sicherstellen.

Neu-Ulms CSU-Fraktionssprecher Johannes Stingl wollte ohne jede Einschränkung die neue Bürogesellschaft wie vorgetragen aufbauen. Unter dem Beifall der meisten Ratsmitglieder warb Katrin Albsteiger (CSU) dafür, dem Büro auch Zuständigkeiten im Kampf gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution entlang der Donau zuzuweisen. Berlin stelle dazu Finanzmittel bereit. Katja Adler (SPD/Ulm) wollte dem Büro noch eine Art „Think Tank“ zur Seite stellen, was Oberbürgermeister Gunter Czisch als ein Zuviel an neuer Bürokratie zurückwies. Neu-Ulms SPD-Rat Rudolf Erne berichtete schließlich von eigenen Erfahrungen aus einer Donau-Radtour von der Quelle bis zur Mündung. „Da werden die Schnapsgläser, je weiter man nach Osten kommt, immer größer.“

Der bisherige Donaubeauftragte Peter Langer warf einen ausführlichen Blick zurück aufs „Ur-Donaufest von 1989, auf eine Vielzahl von Projekten seither und dass wir wahnsinnig viel gemacht haben in dieser Zeit.“ Die Versammelten dankten ihm und versicherten, er werde nicht vergessen und sei als Berater auf Honorarbasis doch immer noch dabei. In der gemeinsamen Sitzung verabschiedeten der Neu-Ulmer Stadtrat und der Ulmer Gemeinderat den Donaubeauftragten Peter Langer. Langer hatte die Donauaktivitäten maßgeblich vorangetrieben. Von 1998 bis 2010 war Langer künstlerischer Leiter des Donaufestes Ulm/Neu-Ulm, das auf seine Initiative zurückgeht. Er baute das Donaubüro auf, eine Projekt- und Entwicklungsagentur für die politische, kulturelle und wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Südosteuropa und leitete es von 2002 bis 2010. 2008 gehörte er zum Gründerkreis der Europäischen Donau-Akademie in Ulm, in deren Leitung er bis heute tätig ist. Langers Verdienste um die Zusammenarbeit im Donauraum fand 2008 seine Würdigung durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. (grr)

Peter Langer

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