Decathlon kommt nach Ulm... was bedeutet dies für die Glacis Galerie?

10. Mai 2017

Lesen SIE bitte die SWP....

Freie Bahn für Decathlon

Handel Überraschende Wendung im Konflikt um die Ansiedlung des Sportartikel-Filialisten im Blautalcenter. Die Genehmigung scheint nur noch Formsache zu sein. Von Frank König


Im Tauziehen um die Neubelegung großer leerstehender Flächen im Blautalcenter hat Centereigentümer Wealthcap (München) einen langen Atem bewiesen. Nachdem es anfangs so aussah, als ob sowohl das Rathaus als auch das Regierungspräsidium in Tübingen die Neuansiedlung des französischen Sportartikel-Filialisten Decathlon ablehnen würden, hat sich das Spiel nun gedreht. Beim Hypo-Fondsverwalter Wealthcap erwartet Geschäftsführer Stephan Klemmer in Kürze eine offizielle Genehmigung für die Neuvermietung der ehemaligen Ladenfläche von Euronics an Decathlon. Der Sportartikel-Riese mit über 1000 Filialen in 29 Ländern soll nach der Sommerpause einziehen.


Dazu wird der Laden in der ersten Etage der Einkaufs-Mall um ein Lager mit 400 bis 500 Quadratmetern erweitert und somit an die frühere Fläche von Euronics-Vorgänger Pro-Markt angepasst. Decathlon verfügt dann über etwa 3000 Quadratmeter.


Um Decathlon genehmigungsfähig zu machen, musste Wealthcap die behördlich festgesetzten Obergrenzen für innenstadt-relevante Sortimente einhalten. Es hatte zum Jahresanfang nicht danach ausgesehen, als ob dies möglich wäre. Zuletzt hat allerdings auch die Insolvenz von Butlers mit anstehender Schließung der Filiale im Blautalcenter dafür wichtigen Spielraum gebracht. Außerdem hat der Centerverwalter bewusst Leerstände konserviert und kleinere Flächen nicht neu belegt, um Freiräume für das innenstadt-relevante Sortiment von Decathlon zu schaffen – das also Sportgeschäften in der City gefährlich werden könnte.


Klare Trennung im Ladenbau


Decathlon muss dieses city-nahe Sortiment mit Sport-Textilien und -Schuhen im Ladenbau eindeutig von nicht-relevanten Sortimenten wie Fitness-Geräten oder Zelten abgrenzen. Dies bestätigte Baubürgermeister Tim von Winning. Allerdings werde man in Kooperation mit dem Regierungspräsidium eine gemeinsame Kassenzone für beide Sortimente zulassen.


Wie von Winning erläuterte, gibt es für die Flächenbelegung im Blautalcenter verschiedene Steuerungsmechanismen, darunter einen Bebauungsplan. Diese Regulatorien für die Ladenflächen stammten zwar aus der Zeit der Eröffnung des Centers vor 20 Jahren und seien längst diskussionswürdig. Man wolle die Vereinbarungen aber nicht antasten. Nach diesem Flächenschlüssel und mit dem Abbau city-relevanter Sortimente seien die Voraussetzungen für Decathlon gegeben: „Das scheint jetzt so zu sein.“


Der Baubürgermeister macht sich gleichwohl Sorgen um die Geschäfte in der Innenstadt, die einem erhöhten Konkurrenzdruck ausgesetzt werden: „Es wird nun schwieriger für andere Flächen.“ Sein Augenmerk gilt dabei insbesondere der östlichen Innenstadt mit der Frauenstraße.


Seitens der etablierten Ulmer Sportgeschäfte wollte Sport Sohn gestern keine Stellungnahme zu Decathlon abgeben. Die Firmenleitung von Klamser war auf einer Sportmesse nicht erreichbar.


Seitens der IHK Ulm machte Otto Sälzle klar, dass es im Blautalcenter trotz der bevorstehenden Einigung nicht erneut einen „Wildwuchs“ bei city-relevanten Flächen geben dürfe. Angesichts solcher Neuansiedlungen, wie sie auch bei Honer nach der Schließung Ende Juni erfolgen dürften, stellen sich Beobachter zudem die Frage nach den Sedelhöfen. In diesem Kontext bestätigte von Winning, dass der Investor auslotet, ob die Limits für einzelne Sortimente hinausschiebbar sind. Dies sei ein normaler Prozess, um auf Anfragen von Mietinteressenten zu reagieren. Auch in den Sedelhöfen mit 18 000 Quadratmetern ist anscheinend in erheblichem Umfang Sport möglich. Als einziger Mieter steht Edeka fest.


Der Lebensmittelmarkt im Blautalcenter – der V-Markt – hatte zum Februar aufgehört. Nachdem es zunächst so ausgesehen hatte, also ob Wealthcap die rund 7000 Quadratmeter aufteilen will, gibt es nach Klemmers Worten neue Verhandlungen mit einem Mieter für die komplette Fläche.


Kommentar

zurück

Unterstützen Sie uns!

Investieren Sie in die Freiheit — mit Ihrer Spende für die FDP Neu-Ulm.

Neben der Stimme am Wahltag und der Mitgliedschaft ist die Spende die dritte wesentliche Säule für die Unterstützung einer Partei durch die Bürger.

Spenden sind ein wichtiger und sehr persönlicher Beitrag des einzelnen Bürgers für die Politik seiner Wahl und Ausdruck persönlicher Willensbekundung. 

mehr zum Thema Spenden

Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.

×ausblenden