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Landrauschen! Der Film aus Schwaben...

09. April 2018

Auf der Homepage auch einmal das Thema KULTUR::. lesen SIE bitte die NUZ

Landrauschen“ macht Schwaben euphorisch
Vorpremiere 400 Mitwirkende, Unterstützer und Freunde sind bei der ersten Vorführung im Dietrich-Theater dabei

Von Marcus Golling

Neu-Ulm/Roggenburg Tarzan hat sich herausgeputzt für diesen Abend. Er geht im Goldfummel und mit Pink-Perücke – sogar die Werbefigur im Foyer des Dietrich-Theaters scheint das „Landrauschen“-Fieber erwischt zu haben, denn das schrille Kunsthaar trägt Filmheldin Toni bei den Szenen auf dem Weißenhorner Fasching. Doch an diesem Abend, der exklusiven Vorpremiere des überwiegend in Bubenhausen gedrehten Heimatfilms, bleibt nur der Plastiktarzan untätig. Regisseurin und Drehbuchautorin Lisa Miller steht gleich nebenan am Einlass und schüttelt Hand um Hand, Toni-Darstellerin Kathi Wolf eilt von Umarmung zu Umarmung und posiert mit aufgeregten Gästen für Fotos vorm übergroßen „Landrauschen“-Plakat.

Der Termin im Neu-Ulmer Kino ist keine normale Filmvorstellung, sondern ein Dankeschön. Eingeladen sind nur solche Menschen, die mitgeholfen haben, dass aus Lisa Millers fixer Idee Realität wurde: Sie haben mitgespielt, Drehorte zur Verfügung gestellt, bei der Technik mitgewirkt oder – über eine Crowdfunding-Aktion – Geld für das Projekt gegeben. Und natürlich ist praktisch das gesamte Team da. Sie alle, rund 400 Menschen, strömen zu der Vorstellung im großen Saal 5 des Dietrich-Theaters. Und dann schließen sich die Türen hinter ihnen und sie werden Teil eines großen Geheimnisses. Denn Filmkritiken dürfen erst kurz vor dem Kinostart am 19. Juli erscheinen.

Ganz unbekannt ist freilich nicht, was in den rund 100 Minuten „Landrauschen“ passiert. Immerhin hat der Streifen im Januar beim Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken, dem wohl wichtigsten Forum für deutsche Nachwuchsfilmer, sensationell gleich drei Auszeichnungen abgeräumt, darunter die für den besten Film. Die Jury schwärmte damals: „Die Freude der Macher beim Machen überträgt sich auf das Publikum und öffnet unsere Herzen. Ein Film, der uns mitlachen und mitleiden lässt, und dem wir viele, viele Zuschauer im Kino wünschen.“ Kurz gesagt, erzählt „Landrauschen“ die Geschichte von Toni (Kathi Wolf), die nach einigen Jahren in Berlin mit zwei Hochschulabschlüssen missmutig in ihr Heimatdorf Bubenhausen zurückkehrt. Dort nehmen ihr die Eltern die Luft zum Atmen, doch sie trifft auch die lebenslustige, lesbische Rosa (Nadine Sauter). Zwischen den Frauen entwickelt sich eine besondere Beziehung. Doch natürlich geht es auch um das Landleben an sich.

Als sich die Kinotüren wieder öffnen, kommen die Zuschauer mit freudigem Blick und viel Redebedarf aus dem Saal heraus. Sie lachen über einzelne Szenen, fühlen sich manchmal auch ein bisschen ertappt. Viele sind geradezu euphorisch. Auch Karl Fischer aus Edelstetten, im echten Leben der Onkel der Regisseurin, im Film Tonis Vater. „Landrauschen“ zeige sehr schön, „wie es auf dem Land so läuft“, leider zeige es aber auch, dass er dringend abnehmen sollte, sagt er und lacht. Er ist auf dem Filmplakat mit nacktem Oberkörper beim Rasenmähen zu sehen. Fischer ist – wie wohl auch die Macher selbst – überrascht über den Erfolg des Films. „Ich dachte, der geht irgendwie unter“, gibt er zu.

Danach sieht es derzeit jedoch nicht aus. Zumindest in der Region ist dem satirischen Heimatfilm Aufmerksamkeit sicher. Kinochef Roland Sailer wird ihn ab Juli auf jeden Fall im Dietrich-Theater zeigen, er glaubt an das Potenzial: „Wir wollen ihn längere Zeit spielen. So einem Film muss man Zeit geben.“ Sailer glaubt, dass eine Produktion wie „Landrauschen“ sehr stark von Mundpropaganda lebt. Und die läuft schon jetzt. „Seit sechs Wochen werde ich permanent auf den Film angesprochen“, berichtet er. Und eine Veranstaltung wie die Vorpremiere erzeuge weitere Aufmerksamkeit.

Nach der Vorstellung steigen das Team und viele Kinobesucher ins Auto. Es geht nach Roggenburg, wo mit einer „Rausch on“-Party in der Klostermühle weitergefeiert wird. Und tatsächlich geht es in der alten Disco ein bisschen zu wie bei „Landrauschen“. An der Bar kann man sich einen Rhabarbara Rosa oder einen Gin Toni-c holen. Und die Weißenhorner Giggalesbronzer tröten Faschingsstimmung in den frisch renovierten Raum.

Die Party ist schon im Gange, da taucht auch Nadine Sauter auf, von Beruf Heilerziehungspflegerin, aber durch ihre Rolle als Rosa auf dem Weg zur lokalen Berühmtheit. Schon nach dem Max-Ophüls-Wettbewerb wurde die Laiendarstellerin als „Entdeckung“ des Films gefeiert – Kathi Wolf alias Toni ist Profi-Schauspielerin. Sie sei immer noch „geflasht“ von den ganzen positiven Reaktionen nach der Vorpremiere. „Ich hätte nicht gedacht, dass man im Schwabenland so mit Lob überschüttet wird.“ Es ist schon jetzt erstaunlich, was „Landrauschen“ auslöst.

Es war eine – natürlich – rauschende Party, mit der in der Roggenburger Klostermühle die Vorpremiere von „Landrauschen“ gefeiert wurde. Im Vordergrund: Darstellerin Kathi Wolf (links) und Regisseurin Lisa Miller. Foto: Andreas Brücken


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