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Blumen für Bienen und CO.

14. Mai 2018

Lesen SIE bitte die SWP... einfach machen... dazu aber auch planen, den Einsatz von Chemie rasch weiter zu reduzieren. HIer ist der Staat bis zur Kommune gefragt.

Blumen für Biene & Co


Die Aktion verspricht, eine Augenweide zu werden: Entlang von Feldern auf Ramminger Gemarkung werden in den kommenden Wochen eine Vielzahl von Blumen blühen. Bis in den Oktober hinein wird auf den drei Meter breiten Blühstreifen entlang der Äcker zumindest eine, meist aber mehrere Pflanzenarten blühen. Nicht so sehr, um Spaziergänger und Radfahrer im Donauried zu beglücken, sondern vielmehr, um Insekten als Nahrung zu dienen – Augenweide und Insektenweide also.


Saatgut für zehn Kilometer


Acht Ramminger Landwirte haben sich auf Anregung von Hans-Jörg Steck für die Aktion zusammengetan. Nachdem das Insektensterben immer wieder diskutiert wird, beschloss der Landwirt, praktisch etwas dagegen zu unternehmen. Er brachte die Idee, Blühstreifen als Nahrungsangebot anzulegen, in die Ramminger Weidegemeinschaft ein, bei der er Mitglied ist. Die elf anderen Mitglieder des Vereins, die seit 2012 im Donauried in einem Vorzeigeprojekt Rinder zur ökologischen Bewirtschaftung weiden lassen, waren angetan und stellten 500 Euro aus der Vereinskasse zur Verfügung, um Saatgut zu kaufen. Acht der zehn Ramminger Landwirte erklärten sich zudem bereit, den Drei-Meter-Streifen auf ihren Ackerflächen mit der einjährigen Mischung einzusäen, beziehungsweise haben das zum Teil bereits getan.


„Zehn Kilometer können wir jetzt einsäen“, erklärt Roland Aigeltinger vom Wasser- und Bodenverband Donauried, der das Projekt koordiniert (siehe Info-Kasten). Die Blühstreifen sollen Schule machen: Ziel ist, dass weitere Landwirte solche auf ihren Äckern anlegen, vor allem im Hinblick auf die Zukunft. Dieses Jahr kann die Samenmischung noch bis Ende Mai eingesät werden, die je nach Bodenbeschaffenheit bis zu 20 unterschiedliche Arten beinhaltet: von der Sonnenblume über die Wicke bis hin zu Senf und Ölrettich – alle schön gefüllt mit Pollen und Nektar für Bienen und andere Nützlinge. Die Ramminger Bauern suchen auch Leute, die sich an den Kosten für das Saatgut beteiligen: „Wir wollen die Verbraucher mitnehmen in eine Partnerschaft“, sagt Hans-Jörg Steck. Denn auch sie profitierten – abgesehen von den schönen Blumen – vom Erhalt der Artenvielfalt. Schließlich sind Insekten die Grundlage des Ökosystems. Er sei schon häufig auf das Projekt angesprochen worden: „Die Aktion soll zum Selbstläufer mit vielen Beteiligten werden.“ Fünf Euro für 100 Meter Blumen sei eine gute Investition in den Naturschutz. „Und jeder Quadratmeter zählt.“


Roland Aigeltinger hat auch schon mit dem Ramminger Bürgermeister Karl-Friedrich Häcker und dessen Asselfinger Kollegen Armin Bollinger telefoniert und ihm von den Blühstreifen erzählt. „Beide haben sofort zugesagt, in den Topf für das Saatgut einzuzahlen“, erzählt der Agraringenieur. Der Versuch, Geld aus einem Fördertopf des Landes Baden-Württemberg gegen das Insektensterben zu bekommen, scheiterte allerdings. Aigeltinger sagt nur „Bürokratie“ und seufzt. „Das wäre frühestens 2019 was geworden, bis wir die Anträge und alles andere durch gehabt hätten.“ Die Ramminger aber wollten schnell etwas tun.


Mehr Arbeit, weniger Geld


Mit Bürokratie und Anträgen haben die Landwirte so ihre Erfahrung. Anlegen konnten die Landwirte die Blühstreifen natürlich schon immer, das aber war ein Draufzahl-Geschäft, wie Hermann Steck, Namensvetter und Berufskollege von Hans-Jörg Steck, erzählt. „Man musste die Streifen in den Anträgen für die Ausgleichszahlungen herausrechnen, weil dort keine Nutzkultur angebaut wird.“ Und bekam in der Folge weniger Geld für die Bewirtschaftung seiner Felder. „Das motiviert natürlich überhaupt nicht, wenn ich mir extra Arbeit mache, dafür dann aber weniger Geld bekomme.“ Diese Regelung sei inzwischen gekippt, daher sind die beiden Stecks und Roland Aigeltinger guten Mutes, dass auch Landwirte aus Asselfingen und Langenau die Samenmischung aussäen: als Insektenweide und Augenweide.

Natur Mit gespendetem Saatgut legen Ramminger Landwirte auf ihren Feldern im Donauried Blühstreifen für Insekten an. Das Projekt soll Schule machen. Von Helga Mäckle


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