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1 Billion € für das SOZIALE:.. gut , dass Deutschland das leisten kann!

04. August 2018

Lesen SIE bitte die NUZ

Eine Billion Euro nur für Soziales
Hintergrund Gigantische Ausgaben in einem reichen Land: Aber es steckt sehr viel mehr dahinter als Hilfe für Arme

Von Joachim Bomhard

Augsburg Eine Eins mit zwölf Nullen dahinter: Fast eine Billion Euro wurden vergangenes Jahr für das gesamte deutsche Sozialsystem ausgegeben, so viel wie noch nie. Eine unvorstellbare Summe für ein Land, in dem die Wirtschaft boomt. Bei genauerer Betrachtung des sogenannten „Sozialbudgets“ stellt sich allerdings heraus, dass fast jeder in irgendeiner Form davon profitiert, ja fundamental darauf angewiesen ist. Es geht zwar auch um Hilfe für Arme, aber mehr um die Verhinderung von breiter Armut vor allem bei Krankheit und im Alter.

Was verbirgt sich hinter der gigantischen Summe?

Zum Beispiel die Renten von derzeit rund 21 Millionen Rentnern in Deutschland und die Pensionen von Ruhestandsbeamten. Dazu gehört auch die Versorgung von Hinterbliebenen. Alle Ausgaben für Ärzte, Krankenhäuser oder Medikamente sind in dem Betrag enthalten. Die Pflege zu Hause und im Heim fällt ebenso darunter wie das Kindergeld, das Arbeitslosengeld oder Hartz IV-Leistungen und vieles anderes mehr.

Wie hoch lagen die Sozialausgaben im vergangenen Jahr?

Nach Angaben des Bundessozialministeriums bezifferten sie sich auf 965,5 Milliarden Euro. Das waren 36,5 Milliarden Euro mehr als 2016, eine Steigerung von 3,9 Prozent. Teilweise beruhen die Angaben allerdings noch auf vorläufigen Berechnungen und Schätzungen.

Ist das eine außergewöhnliche Steigerung?

Nein. Sie verläuft parallel zur Entwicklung des Bruttoinlandprodukts (BIP), also der Wirtschaftskraft Deutschlands (plus 3,8 Prozent). Die Leistungen machen 29,2 Prozent des BIP aus und bleiben im langjährigen Rahmen (25 bis 30 Prozent). Seit 1992 haben sich die Sozialausgaben mehr als verdoppelt, das BIP allerdings ebenfalls.

Wie setzt sich der Betrag zusammen?

304,1 Milliarden Euro entfielen auf die Rentenversicherung, 228,6 Milliarden auf die Krankenversicherungen und 57,7 Milliarden auf die Beamtenpensionen. Hinzu kommen die Lohnfortzahlung (52,1 Milliarden), die Grundsicherung für Arbeitssuchende, besser bekannt als „Hartz IV“, mit 45 Milliarden und die Sozialhilfe (40 Milliarden). Nicht zu vernachlässigen sind auch die Beihilfeleistungen für die gesundheitliche Versorgung von Beamten und deren Angehörigen mit 15,8 Milliarden Euro.

Welche Sozialausgaben gibt es noch?

Zum Beispiel das Kindergeld (45 Milliarden Euro), das Erziehungs- und Elterngeld (6,8 Milliarden), die Kinder- und Jugendhilfe (43,8 Milliarden) oder das Bafög (2,4 Milliarden).

Werden auch private Vorsorgesysteme in die Rechnung einbezogen?

Ja. Das Sozialbudget listet private Altersvorsorge, Kranken- und Pflegeversicherung ebenso auf wie die Versorgungswerke von Ärzten, Anwälten oder Architekten und die gesonderte Alterssicherung der Landwirte. Berücksichtigt wird auch die betriebliche Altersversorgung.

Was kostet die Verwaltung des Sozialsystems?

Hierfür wurden 35,6 Milliarden Euro ausgegeben, also knapp 3,8 Prozent der Sozialausgaben. Die Steigerung gegenüber 2016 betrug 3,6 Prozent.

Worauf werden die regelmäßigen Steigerungen zurückgeführt?

Vorrangig sind es in einer alternden Gesellschaft die zunehmenden Leistungen für Rentner und Pensionäre. Hinzu dürften die Kosten für Flüchtlinge kommen. Wobei das Sozialministerium die verschiedenen Leistungen zumindest im Sozialbudget nicht extra aufführt. Weil Asylbewerber nach 15 Monaten offiziell arbeiten können, dürften die Ausgaben im Bereich Sozialhilfe und auch Arbeitslosenversicherung deutlich zurückgegangen sein.

Gibt es einzelne Bereiche mit überdurchschnittlichen Ausgabensteigerungen?

Zum Beispiel die Ausgaben bei Invalidität um 9,4 Prozent. Darunter fallen etwa Invaliditätsrenten, Pflegegeld und Pflegehilfen sowie die Eingliederung von Behinderten.

Woher kommt das Geld im Sozialbudget?

Grob betrachtet zu je einem Drittel aus Versichertenbeiträgen (30,8 Prozent), aus Arbeitgeberzuschüssen (34,2) und aus staatlichen Leistungen (33,4) von Bund, Ländern und Kommunen, also Steuern.

Gibt es hier einen Trend?

Aus Ministeriumsprognosen geht hervor, dass der Beitragsanteil der Versicherten zugunsten der Staatsausgaben minimal steigen wird und die Belastung der Arbeitgeber anteilsmäßig in etwa gleich bleibt.

In den sozialen Bereich fließt sehr viel Geld. Fast jeder profitiert in irgendeiner Form früher oder später davon, zum Beispiel bei Krankheit und im Alter. Archivfoto: Jens Wolf, dpa


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