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Moderne Autotechnik aus Ulm und Neu-Ulm

22. September 2018

Lesen SIE bitte die SWP.. diese Standorte gilt es weiter zu entwickeln..

Wirtschaft

Die Autotechnik der Zukunft kommt aus Ulm

Mobilität Die Großen der Branche forschen in der Donau-Stadt. Der Rückzug von Nokia war die Initialzündung. Von Thomas Veitinger


Automobil-Stadt Ulm. Klingt seltsam? Irgendwie schon, da im Südwesten bei Auto vor allem an Untertürkheim, Sindelfingen, Neckarsulm oder Zuffenhausen gedacht wird. Dabei finden sich in Ulm unter anderem Ableger von Daimler, BMW, Audi und Continental, die an der Donau zwar nicht produzieren – aber forschen. Gründe für den Standort gibt es viele, alle Unternehmen nennen für ihre Präsenz ausgerechnet den Namen eines Handyherstellers: Nokia. Dieser schloss 2012 sein Forschungs- und Entwicklungszentrum mit 730 Arbeitsplätzen im Ulmer Science Park. „Die dadurch verfügbaren Ingenieure, der zentrale Standort und die Universität waren für uns Gründe hierher zu kommen“, sagt Sascha Semmler, Leiter des Geschäftsbereich Fahrerassistenzsysteme bei Continental heute.


Conti startete mit 100 Mitarbeitern und beschäftigt derzeit vier mal so viele Spezialisten. Nach einem geplanten Umzug in die Nachbarstadt Neu-Ulm sollen sogar 700 Arbeitsplätze zur Verfügung stehen: Autonomes Fahren, ein Boomsektor. „,Harry, hol doch mal den Wagen’, gibt es künftig nicht mehr. Er kommt von selbst“, beschreibt Semmler seine Arbeit. Das Auto mit dem Handy herbeizuholen, funktioniert schon heute problemlos. Das Einparken im Hof des Autozulieferers auch. Auf dem Bildschirm im Auto erscheinen Passanten, die sich nahe am Fahrzeug befinden mit hohen dürren Beinen, als würden sie Stelzenlaufen. Das Auto kurvt wie von Geisterhand umher. „Zwischen 2025 und 2030 dürfte es wohl soweit sein, dass wir auch ein Nickerchen machen können, während unser Fahrzeug fährt“, wagt Semmler eine Prognose. Schon heute funktionieren die Kameras auf Millionen Testkilometern.


Conti ist durch die Tochter Elektrobit nochmals in Ulm vertreten. 257 Mitarbeiter entwickeln unter anderem Bedienelemente, Displays und Handy-Lösungen fürs Auto. Früher bildeten Audi und Elektrobit zusammen E-Solutions, nun ist Elektrobit in Ulm allein verantwortlich. „Wir haben an Projekten aller Art und Größe gearbeitet und unterstützende und führende Rollen gespielt“, gibt man sich selbstbewusst. Integriert ist das 2017 für 430 Mio. Dollar (376 Mio. €) übernommene israelische Start-up Argus Cyber Security. Sicherheit steht bei Autos ganz oben.


Neben Conti und Elektrobit sind in der Ulmer Lise-Meitner-Straße auch die Bayern direkt nebenan zuhause: Die Software-Schmiede BMW Car IT soll in der Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) unabhängiger von der Münchner Mutter arbeiten. Hier sind die Mitarbeiter – wie bei den Konkurrenten – sehr international: Die 280 Angestellten kommen aus 41 Ländern. „Das liegt auch an den Stellenausschreibungen im Ausland, da es hierzulande nicht genug Spezialisten gibt“, sagt Michael Böttrich, der den Bereich Navigationssoftware leitet. Die Sprachbedienung etwa auf Chinesisch wird in Ulm entwickelt. Wie sich die Software weiter entwickelt, zeigt ein Mitarbeiter an einem Navigations-Display: Musste man sich früher nach „Sonderziele“ und „McDonald’s“ durchfragen, war es später „Hallo BMW, fahr mich zu McDonald’s“. Nun reicht auch „Schatz, ich habe Hunger“ und das Auto navigiert zum Bulettenbrater. Der aktuelle 7er BMW parkt autonom in der Garage zuhause ein, mit Software von Ingenieuren aus Ulm.


Selbstbewusste Tochter


Allein Daimler verlagert Forschung aus Ulm heraus: Die Stuttgarter ziehen sich bis Jahresende teilweise zurück. Betroffen sind rund 450 Ingenieure, Physiker, Naturwissenschaftler, Informatiker, wissenschaftliche Doktoranden und Studierende der Universität Ulm. Begründet wird dieser Schritt mit der Verbesserung von „Effizienz, Effektivität und Wettbewerbsfähigkeit“. Die Pkw-Forschungsarbeit soll auf die Standorte Sindelfingen und Untertürkheim und das neue Prüf- und Technologiezentrum in Immendingen konzentriert werden. Allerdings wird im Gegenzug Ulm als IT-Standort weiter ausgebaut. Mittelfristig sollen „einige hundert Arbeitsplätze für IT-Experten den Tochterfirmen Daimler Protics und Daimler TSS“ entstehen. Dort sind schon mehr als 500 Computerfachleute tätig. Bei TSS wird auch für das autonome Fahren und Elektrifizierung geforscht nach dem Motto: „Wir sind nicht nur Daimler, sondern auch“.


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