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Ausbau der A7 zwischen Hittistetten und Memmingen...

16. November 2018

erste Planungen beginnen... Lesen SIE bitte die NUZ..

Die verflixten sieben Jahre
Verkehr Frühestens 2025 könnte mit den Bauarbeiten zur Verbreiterung der A 7 zwischen Hittistetten und Illertissen begonnen werden. Ein Thema ist in der Planung besonders wichtig

Von Ronald Hinzpeter

Hittistetten/Illertissen Am Ende zog Landrat Thorsten Freudenberger (CSU) ein Fazit, das er „eher salopp formuliert“ nannte: „Wir brauchen also sieben Jahre Planung, um eine Straße zu erweitern.“ Allerdings geht es nicht um irgendeine x-beliebige Strecke, sondern um eine der wichtigsten Verkehrsadern Deutschlands, die Autobahn 7. Zwischen Hittistetten und Memmingen soll sie in absehbarer Zeit von bisher vier auf künftig sechs Fahrstreifen erweitert werden. Als Erstes kommt der Streckenabschnitt zwischen Hittistetten und Illertissen dran. Er wurde im aktuellen Bundesverkehrswegeplan in den „vordringlichen Bedarf“ eingestuft. Das ist die höchste Dringlichkeitsstufe. Der Rest der Strecke bis zum Memminger Kreuz wurde als nicht ganz so wichtig angesehen, weshalb sie nur als „weiterer Bedarf“ etikettiert wurde. Allerdings dauert es tatsächlich noch einige Zeit, bis die Bagger anrollen. Vermutlich dürfte das erst im Jahr 2025 der Fall sein – „wenn alles gut läuft“. Diese nicht ganz unwesentliche Einschränkung machte am Mittwoch Baudirektor Olaf Weller, Leiter der Kemptener Dienststelle der Autobahndirektion Südbayern. Das heißt: Wenn die zuständigen Behörden die Pläne zügig abarbeiten und sich die zu erwartenden Prozesse gegen das Projekt nicht allzu sehr in die Länge ziehen, dauert es trotzdem noch sieben Jahre bis zum Baubeginn. Die Kreispolitiker nahmen es zur Kenntnis. Ihnen war vor allem eines wichtig: der Lärmschutz.

Der A 7-Ausbau wird eine teure und aufwendige Angelegenheit. Nach bisherigen groben Schätzungen kostet er von Hittistetten bis zum Memminger Kreuz rund 400 Millionen Euro. Auf einen Rutsch sei das alles nicht zu schaffen, beteuerte Weller im Ausschuss, als er die Vorstellungen seiner Behörde erläuterte. Deshalb wurde das Vorhaben in vier Abschnitte eingeteilt. Höchste Priorität besitzt der erste im Norden. Der umfasst eine Länge von rund 12,4 Kilometern zwischen dem Hittistetter Dreieck und der Anschlussstelle Illertissen. Die Autobahndirektion veranschlagt die Kosten dafür auf knapp 120 Millionen Euro. Besonders teuer wird das Ganze vor allem durch ein marodes Bauwerk: die Talbrücke bei Witzighausen. Die sei „am Ende ihrer Lebensdauer angekommen“ und halte höchstens noch zehn Jahre. Allein schon deshalb muss die Direktion mit der Planung Gas geben. Wie genau die Brücke ersetzt werden soll, wissen die Fachleute noch nicht. So könnte nach den Worten von Weller direkt neben der alten eine neue Brücke gebaut und dann „eingeschoben werden“.

Dieses A 7-Teilstück muss auch aus einem weiteren Grund als Erstes angegangen werden: Dort rollt der meiste Verkehr – bis zu 65 000 Fahrzeuge pro Tag. Die anderen Bereiche zwischen Illertissen und Memmingen müssen weniger verkraften.

Hinzu kommt aber noch die geplante Anschlussstelle Bellenberg/Tiefenbach, die wegen der A 7-Erweiterung zunächst auf Eis gelegt wurde. Sie zu planen, dauert nach Einschätzung von Weller ebenfalls rund sieben Jahre. Von einem provisorischen Bauwerk, um die angrenzenden Orte rasch zu entlasten, hält Weller nicht viel, denn einerseits müsse die Autobahn an dieser Stelle voraussichtlich tiefer in die Erde gelegt werden, um den Lärmschutz zu verbessern, zum anderen könnten Ausbaugegner der Autobahndirektion „Salamitaktik“ vorwerfen, wenn dort schon mal Tatsachen geschaffen würden.

Wenn einmal die sechs Fahrstreifen gebaut sind, rollt darüber auch deutlich mehr Verkehr. Es könnten nicht nur 65 000 Fahrzeuge sein, sondern bis zu 76 000, davon geht die Autobahndirektion aus. Ein Grund, noch mehr auf den Lärmschutz zu achten. Vorgesehen sind entsprechende Anlagen etwa bei Betlinshausen und Tiefenbach. Allerdings könnte auch die gesamte Autobahn an bestimmten Stellen „tiefergelegt“ werden. Im zweiten Bauabschnitt sei zudem vorgesehen, die besonders geräuschbelasteten Orte Jedesheim und Filzingen mit entsprechenden Baumaßnahmen zu schützen.

„Sehr kritisch“ sieht Weller Vorschläge, wonach zur Verkehrsentlastung zunächst erst mal die Standstreifen für den Verkehr freigegeben werden könnten. Die müssen dafür baulich „ertüchtigt“ werden. Der entsprechende Aufwand sei viel zu hoch und koste ungefähr halb so viel wie die Erweiterung.

An diesem Punkt zeigte sich die Bellenberger Bürgermeisterin Simone Vogt-Keller unzufrieden. Es sei unzumutbar, dass bis zum Endausbau der bisherige Zustand ertragen werden müsse. Die Geräuschbelastung für die Anlieger war zuletzt in der Illerberger Bürgerversammlung ein Thema, wie der Vöhringer Ludwig Daikeler (SPD) sagte. Die Menschen zweifelten daran, dass der Lärm korrekt gemessen werde. Er wird überhaupt nicht gemessen, stellte Weller klar, sondern nach einem bundesweit einheitlichen Verfahren berechnet. Weller sicherte zu, die Anwohner rechtzeitig über alles zu informieren. Unbefriedigend fand Marita Kaiser (FW), dass der sechsstreifige Ausbau bei Illertissen zunächst ende und dadurch ein belastendes Nadelöhr entstehe. Weller bat um Verständnis, denn: „Wir können nicht alles gleichzeitig angehen.“

Und was ist mit dem Anschluss bei Bellenberg?

Hoch belastet ist der Verkehr auf der A 7 zwischen dem Dreieck Hittistetten und Illertissen. Dieses Teilstück soll künftig sechsspurig ausgebaut werden. Foto: Alexander Kaya


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