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Wir stehen zu den Eltern! Kein Kind darf verloren gehen oder es darf an Hilfe fehlen!

26. Juni 2018

Lesen SIE bitte die SWP..

Ulm und Neu-Ulm

Die Eltern wehren sich

Bildung Eine Gruppe am Astrid-Lindgren-Schulkindergarten wird geschlossen. Das ruft nun Widerstand hervor. Von Tanja Miller und Ute Gallbronner


Selbstbewusster seien ihre fünfjährigen Söhne durch die Betreuung im Astrid-Lindgren-Schulkindergarten geworden. Da sind sich Andrea Auer (30) und Michaela Schmitter (48) einig. Die beiden Jungs haben ausgeprägte Probleme in der Sprachentwicklung, brauchen deshalb eine besondere Förderung, und genau die bekommen sie im Schulkindergarten. Aber damit könnte zum neuen Schuljahr Schluss sein. Das Schulamt Biberach will eine der beiden Gruppen vorübergehend schließen. Der Grund: Eine Erzieherin fällt aus, eine Vertretung konnte nicht gefunden werden.


Achim Schwarz, kommissarischer Leiter des Schulamts Biberach, sieht keine andere Möglichkeit, als die „Ruhestellung“ der Gruppe für ein Jahr. Man habe einfach niemand gefunden, der die nötige Ausbildung hat und die Stelle will. Dass es sich um eine befristete Stelle handle, habe die Sache nicht leichter gemacht.


Die Eltern wollen das nicht hinnehmen. „Alle Kinder haben große Defizite, die eine normale Entwicklung im Regelkindergarten unmöglich machen“, sagt Andrea Auer. Wir können nicht verstehen, warum kein Personal gefunden wird“, sagt Michaela Schmitter, die dem Elternbeirat angehört. Mit einem Protestbrief haben sich die Eltern an die Behörden gewandt. Darin steht auch, dass sie die Kooperation des Schulamts vermissen, da die Veränderung ohne Rücksprache erfolgt sei. Beide Mütter betonen, dass es ihnen nicht nur um ihre Kinder gehe, sondern auch um die, die nächstes Jahr keinen Platz mehr bekämen. „Der ganze Alb-Donau-Kreis wird unter der Stilllegung leiden“, sagt Auer.


Der Brief habe bewirkt, dass sich der zuständige Schulrat Wieland Fischer zu einem weiteren Gespräch mit dem Team des Schulkindergartens und den Eltern getroffen hat. Dabei habe er erläutert, dass intern vergeblich nach einer Erzieherin gesucht worden sei. Der Engpass an sonderpädagogischen Fachkräften ist bekannt, erschwerend kommt hinzu, dass die Ausbildung der Erzieher mit der entsprechenden Zusatzausbildung umgestellt worden ist und es deshalb gerade keine neuen Absolventen gibt.


Die Eltern befürchten, dass die Einrichtung komplett geschlossen wird. Schwarz beteuert, dass dies nicht stimmt: „Das Angebot ist sinnvoll und genauso wichtig wie andere Kindertagesstätten.“ Allerdings weist er auch darauf hin, dass Schulkindergärten eine subsidiäre Einrichtung des Landes sind. Will heißen: Es gibt keinen Rechtsanspruch auf einen Platz im Schulkindergarten.


Denn ein Schulkindergarten ist eben keine Schule, sondern eigentlich eine Kita, für die wiederum die Kommune zuständig ist. Was die Finanzierung angeht, ist ein Mix entstanden: Für das pädagogische Personal kommt das Land auf, für den pflegerischen Teil – etwa die Bundesfreiwilligendienstler – der Schulträger, demnach die Stadt.


Gerhard Semler, Leiter für Bildung der Stadt Ulm, bedauert die Maßnahme des Schulamts, hat jedoch Verständnis: „Ohne ausreichendes Personal kann es keine Gruppe geben. Das zeigt, wie knapp die Personaldecke seitens des Landes ist.“ Dieser Zustand bereite ihm Sorgen, weil es zunehmend Kinder gebe, die sprachrelevante Schwierigkeiten hätten und sonderpädagogische Förderung bräuchten.


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