Kindergartenplätze... fehlen bis zu 500 ? Holzschwang... Kindergarten .. wie geht es weiter?
14. Juni 2022
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chließung droht: Soll die Stadt den Kindergarten Holzschwang übernehmen?

Lokal Weil die Chefin gekündigt hat, droht dem Kindergarten Holzschwang das Aus. Nun gibt es einen Lösungsvorschlag – und Ideen für grundsätzliche Probleme.

Wie geht es für die Familien im Neu-Ulmer Stadtteil Holzschwang weiter? Dem dortigen evangelischen Kindergarten droht das Aus, weil die Leiterin in den Ruhestand tritt und keine Nachfolgerin in Sicht ist. Die SPD-Fraktion im Stadtrat hat nun einen Vorschlag vorgelegt, um die Schließung zu verhindern. Doch womöglich gibt es eine andere Lösung.
Für Holzschwang wird eine Verdoppelung des Bedarfs prognostiziert
Die Verwaltung solle prüfen, ob die Stadt die Einrichtung übernehmen kann, schreiben Rudolf Erne, Ulrich Schäufele und Erich Krnavek in ihrem Antrag an Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger. Es sollte versucht werden, die Schließung zu verhindern, appellieren sie: "Es ist uns wichtig, die Kita zu erhalten, zumal für Holzschwang mittelfristig eine Verdoppelung des Bedarfs an Kitaplätzen prognostiziert wird." Die Zahl unnötiger Fahrten in eine Einrichtung an einem andern Ort werde unnötig zunehmen, fürchten die SPD-Stadträte. Sie erinnern daran, dass die Stadt erst kürzlich den evangelischen Kindergarten in Steinheim übernommen hatte. Doch dort entsteht – anders als in Holzschwang – eine neue städtische Einrichtung, in die der evangelische Kindergarten integriert wird.
Auch in Reutti, wo Holzschwanger Kinder vor der Eröffnung des eigenen Kindergartens 1993 betreut wurden, baut die Stadt. Bei möglichen personellen Engpässen könnten diese Einrichtungen ja kooperieren, schlägt die SPD-Fraktion vor. Eigene Kinder seien gerade in den kleinen Stadtteilen wichtig für das dörfliche Zusammenleben.
In Neu-Ulm fehlen viele Betreuungsplätze für Kinder
Kann die Stadt die Einrichtung übernehmen? Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger (CSU) gibt sich zurückhaltend. "Das Thema ist in unseren Köpfen und auf unseren Schreibtischen", versichert sie. Aber: "Zuerst ist die evangelische Kirche am Ball." Aus Kirchenkreisen ist inzwischen Zuversicht zu vernehmen. Hoffnungsvolle Möglichkeiten zeichneten sich ab, heißt es.
Die FDP-Gruppe im Stadtrat sieht aber ein ganz grundsätzliches Problem: In Neu-Ulm fehlen Betreuungsplätze für Kinder, im kommenden Jahr könnten es im schlimmsten Fall 500 zu wenig sein. Zwar entstehen in den kommenden Jahren neue Einrichtungen. Doch es sei unverständlich, dass die Verwaltung von sich aus nicht nach Übergangslösungen suche, kritisiert Stadtrat Alf Schömig. "Ein extrem wichtiges Thema fällt einfach unter den Tisch. Wir sehen die Schwierigkeiten, aber es ist zu wenig versucht worden", kritisiert er. Auf Antrag der Liberalen werde nun zumindest geprüft, ob übergangsweise Container aufgestellt werden können. Doch es gibt ein weiteres Problem – jenes, das auch den Kindergarten in Holzschwang in Bedrängnis bringt.