Klimaschutzprojekt Ulm

17. November 2016

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Ernsthaft Energie einsparen

Umwelt Ulm hat sein Klimaschutzprogramm 2020 verabschiedet. Die Beratung der Bürger steht im Vordergrund, damit sich viele beteiligen. Für den Heizkesseltausch Alt gegen Neu gibt’s Zuschüsse. Von Carolin Stüwe


Ulm. Das eigene Haus energetisch sanieren lassen. Den Heizölkessel austauschen gegen einen modernen Gaskessel, selbst wenn das Erdöl günstig ist. Und den selbsterzeugten Strom nach dem Mieterstrommodell gleich verbrauchen. Das sind drei der fünf konkreten Handlungsfelder des Klimaschutzprogrammes 2020, das der Umweltausschuss des Gemeinderats am Dienstagabend beschlossen hat – während gerade in Marrakesch die Weltklimakonferenz läuft.


„Wir werden nicht das Weltklima retten“, sagte Chef-Stadtplaner Volker Jescheck. Aber man müsse dennoch lokal etwas tun, um die Energie- und CO2-Bilanz zu verbessern. Und zwar müssen künftig alle ran: Handel, Gewerbe, Dienstleistungen und private Haushalte. Für die nächsten vier Jahre stehen fünf Möglichkeiten im Mittelpunkt:


Beratung Energetisch sanieren und auch sonst Energie sparen und dazu noch Fördergelder beantragen ist ein sehr komplexes Thema. Deshalb soll die bereits erfahrene Regionale Energie-Agentur Hauseigentümern und Mietern eine kostenlose individuelle Energieberatung vor Ort anbieten. Und zwar vorrangig in Quartieren und Ortschaften, in denen es keine „leitungsgebundene Energie“ wie die Fernwärme gibt. Der Beratungszeitraum wird erst noch festgelegt.


Neu für Alt Das Austauschprogramm Heizölkessel – mehr als die Hälfte sind sanierungsbedürftig – soll durch eine Förderung (bis zu 2000 Euro) einen Anreiz bieten. Sie gilt für funktionstüchtige Anlagen, die zwischen 20 und 30 Jahre alt sind, jedoch nicht der Austauschpflicht unterliegen. Hierzu wird die Verwaltung eine Werbekampagne erarbeiten – gemeinsam mit Schornsteinfegern, der Heizungsinnung und der Energie-Agentur.


Erneuerbare Energie Das Fernwärmenetz soll weiter ausgebaut werden, weil diese erneuerbare Energiequelle etwa durch die Verbrennung von Holzhackschnitzeln in den beiden Biomassekraftwerken in der Weststadt CO2-neutral ist. So bietet sich etwa für die geplanten Neubaugebiete Safranberg, Hindenburgkaserne und Egginger Weg eine Fernwärme-Versorgung an.


Strom für alle Das Mieterstrommodell bezeichnete FWG-Stadtrat Karl Faßnacht „als guten Vorschlag“. Denn selbsterzeugter Strom auf oder in einem Mehrfamilienhaus, der gleich von den Mietern verbraucht wird, ist von bestimmten Steuern befreit, sofern er auf dem gleichen Grundstück oder in „unmittelbar räumlicher Nähe“ verbraucht und nicht über ein öffentliches Netz transportiert wird.


Kommunikation Das Wissen darum, wer was macht, ein ganz wichtiger Punkt des Klimaschutzkonzepts, waren sich alle Fraktionen einig. Bisher gebe es schon so viele Parallel-Projekte in Sachen Klimaschutz, und die Akteure und Arbeitsgruppen wüssten oft gar nichts voneinander, kritisierte Grünen-Stadträtin Birgit Schäfer-Oelmayer. SPD-Stadträtin Brigitte Dahlbender verlangte mit Nachdruck, dass für die Vernetzung aller Klimaschutzvorhaben und für die Öffentlichkeitsarbeit eine extra Stelle geschaffen wird. Baubürgermeister Tim von Winning lehnte ab. Denn gerade aus finanziellen Gründen habe man zunächst nur die fünf genannten umsetzbaren Klimaschutzmaßnahmen erarbeitet. „Diese kleinen Schritte sind es, die zählen, nicht ein drittes Biomassekraftwerk“. Birgit Schäfer-Oelmayer kommt jedoch das Thema Mobilität zu kurz. Man könne mehr anbieten als nur Ladesäulen (siehe Infokasten).


Bilanz Die Ausschussmitglieder legen grundsätzlich Wert darauf, dass jährlich bilanziert und berichtet wird, welche energetischen Verbesserungen jeweils erreicht wurden. Derzeit laufen sogar Gespräche mit der Universität Ulm, dass dort alle vier Jahre die aktuelle CO2-Bilanz errechnet wird. Denn Prof. Martin Müller, Leiter des Instituts für Nachhaltige Unternehmungsführung, hat mit seinen Studenten das Klimaschutzkonzept für Ulm entwickelt.

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